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http://www.calendersign.ric.at/de/prophezeiung/sterne_der_offenbarung/

Die Sterne in der Offenbarung.
Archäoastronomische Interpretation der Apocalypse des Johannes


Einer der geheimnisvollsten Texte des frühen Christentums ist die Offenbarung des Johannes von Patmos (1). Er war nicht der Evangelist sondern lebte vermutlich vor etwa 1900 Jahren in Verbannung auf der griechischen Insel Patmos. Sein Werk heißt im griechischen Original die Apokalypse und soll die geheimen Information über die Endzeit offenbaren. Diese Endzeit nennen die christlichen Kirchen auf deutsch "Jüngster Tag", in Englisch "Last Day". Die Annäherung an den Begriff "Jüngster" Tag kann tatsächlich nur mit einem zeitlichen Ansatz erfolgen. "Jüngst" bedeutet umgangsprachlich nichts anderes als vor Kurzem oder eben erst geschehen. Das jüngste Kind ist das zuletzt Geborene. So ist auch der "Jüngste Tag" zu sehen: der erste, der neugeborene Tag eines neuen Zeitalters. Der englische Begriff "Last Day", also letzter Tag, zeigt die andere Seite der selben Medaille, auch "Doomsday" genannt, - Schicksalstag.

Eine Wortanalyse scheint sicher angebracht und erlaubt, denn die Offenbarung ist zweifellos eine Literaturgattung visionärer Art, deren Analyse hier fortgesetzt wird.

Diesen Mythos vom jungen Tag erzählt die Sage von Tithonos und Eos wunderbar: Eos, die Göttin der Morgenröte verliebt sich in den jungen Tithonos, erbittet für ihn Unsterblichkeit, vergißt aber, auch ewige Jugend für ihn zu erbitten. So altert Tithonos, trocknet aus, schrumpft zusammen, bis er nur mehr wie eine Zikade zirpt. Wie die Tage des alten Jahres. Und wie die Jahre des alten Zeitalters. Arme Eos! Soweit der Mythos, aber was ist die Lehre daraus? Ob sie wohl wieder einmal einen jungen Liebhaber bekommen wird? Vielleicht. Denn kein Tag währt ewig. Kein Jahr währt ewig. Und kein Zeitalter währt ewig! Und wie das Jahr sich am Jahresende wendet, so wenden sich die Zeitalter bei den Zeitenwenden. Auf ein Jahr folgt ein neues, auf ein abgelaufenes Zeitalter ein neues Zeitalter.

Doch Wechsel von Zeitalter werden oft als Ende der Zeit selbst, als Ende der Welt gesehen, weil Zeitalter sehr dauern und bei weiten das Menschenleben, ja sogar Generationen überdauern. Traditionen über Generationen am Leben erhalten ist das Werk der Religionen. Darum orientieren sie sich zeitlich auch in sehr langen Perioden bzw. sehr langsamen Himmelsbewegungen, wie z.B. der Präzession der Frühlingssternbilder , die durch die Kreiselbewegung der Erdachse entsteht. Hier sind wir bereits bei einem entscheidenden Punkt: Für gläubige Christen begann "ihre Welt" mit der Geburt Christi, die mit dem Anfang des Fischezeitalters gleichgesetzt ist und in den griechischen Buchstaben ICHTHYS als Symbol für Jesus seine Entsprechung findet. Wegen der Symbole Alpha & Omega definiert sich die christliche Welt, oder vielmehr das christliche Weltbild sich selbst auch das Ende mit dem Ende des Zeitalters Fische. Es sei hingewiesen, dass Alpha und Omega die ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets sind. Die Offenbarung gibt uns entscheidende Hinweise, wann dieses Ende sein wird und hat daher enormes Potential, um vielerlei Einfluss auszuüben. Was geschieht, wenn Gläubige die rachsüchtigen Schreckensbilder der Offenbarung umsetzen, haben wir nicht nur im jüngsten Heavens Gate, Waco u.a. Desastern gesehen, sondern schon zuvor in den Kreuzzügen des Mittelalters. Es gilt zu hoffen, dass den Gläubigen mehr der astronomische Inhalt der Offenbarung bewusst wird, ohne diesen mit den moralischen Ansprüchen und Gewaltaufrufen zu verknüpfen. Damit verlöre die Offenbarung ihr zerstörerisches Potential und würde das Tor zu einer angstfreieren Zukunft öffnen.

Es ist schade, dass Gläubige nicht zwischen dem Ende ihrer Weltanschauung und dem Ende der Welt selbst unterscheiden können. Und dass sie im Glauben leben, dass religiöse Literatur die Worte Gottes selbst sind. Für Gläubige dürfte das Ende ihres Zeitalters so ähnlich sein, wie für den Astronomen der Ereignishorizont, wo eine Vorhersage der Geschehnisse versagt. Wenn also das christliche Weltbild mit seinem Kalender an einen entscheidenden Punkt gelangt, wo sein Ende vorherbestimmt ist, fürchten die Christen, auch ihr Weltbild gilt nicht mehr, ja ihre Welt geht unter. Es bleibt zu hoffen, dass es gelingt, die Gläubigen etwas über Astronomie zu informieren und ihnen so die Angst zu nehmen, die immer die allergrößte Ursache von Aggression zu sein scheint. Hier scheint die Tragödie der Religionen zu liegen. Wenn sie sehr lange Zeit erfolgreich sind, die Menschen mit ihren Wundern die Angst zu nehmen und Mysterien zu faszinieren, bestehen sie darauf , dass ihr Weg der einzig richtige ist, weil es die Tradition befiehlt. Doch gerade das Mysterium macht ein Problem für jene, denen der eigentliche Geheimnis des Mysteriums nicht bewusst ist.

Unsere Sache ist ein Geheimnis in einem Geheimnis, das Geheimnis, das nur ein anderes Geheimnis erklären kann; ein Geheimnis über ein Geheimnis, daß sich nur mit einem Geheimnis befriedigt. So lautet ein Zitat von Ga'fat al-Sadiq, sechster Imam, und macht ziemlich deutlich, worum es bei dieses Art von religiöser Geheimniskrämerei geht. Geheimhalten, was selbst ein Geheimnis ist. Niemand soll je in diese Black Box sehen können, ob sie leer ist, oder nicht.

Oder haben sich die Religionen gar in ihrer eigenen Mystik so verstrickt, dass sie selbst den Inhalt ihrer Symbole und Geheimnisse nicht mehr kennen? Mythen werden so zu Mystik. Das Geheimnis wird aufgeblasen wie ein Luftballon, umgedeutet je nach Bedarf der gerade am Ruder Befindlichen, und die unwissenden und suchenden Gläubigen stehen staunend vor dem Zauber. Ein Geheimnis über ein Geheimnis eben... Es sei den werten Lesern daher geraten, sie sollen diese Zeilen nicht weiter lesen, wenn sie weiter von den Religionen ver- und bezaubert werden wollen! Wenn sie jedoch weiterlesen, um ihre Angst zu verlieren, werden sie hinter das Geheimnis der Endzeit und des "Jüngsten Tages" kommen! Das Geheimnis der Offenbarung des Johannes! Das Geheimnis der Apokalypse und der Zahlen 6-6-6, 7, 1000, 1260 etc... Dennoch sollten sie enttäuscht sein, wie einfach und langweilig dieses Geheimnis eigentlich ist, seien sie getröstet. Das Leben und die Welt hält sicher noch genug Geheimnisse bereit, die es zu klären gilt. Also, versuchen wir die Offenbarung zu enthüllen. Dies mag in den Augen mancher, streng Gläubiger, ein Sakrileg, oder gar eine Gotteslästerung sein. Es soll damit niemanden verletzet oder gar kränkt werden, es soll höchstens enttäuscht, enttarnt, aufdeckt, - eben offenbart werden. Es bleibe uns dabei das Schicksal eines Kopernikus oder gar eines Giordano Bruno hoffentlich erspart. Auch jenes von Salman Rushdi ...

Die "Übersetzung" und Interpretation der Offenbarung erfolgt in dem selben Muster, wie auch bei anderen antiken Beschreibungen von Himmelsbewegungen, wie jener der Jupiter Saturn Konjunktion als Stern von Bethlehem oder der Himmels-Mühle, die sich in vielen Mythen, aber auch im Lateinischen "septem triones" (den sieben Dreschochsen) des Großen Wagens wiederspiegelt, dessen Sterne der Mythos von Kallisto als zirkumpolar beschreibt, niemals auf oder untergehend, und daher "nie im Meer badet."

Das Ergebnis, das sich durch diese "Übersetzung" ergab, war überraschend und verblüffend. Es gibt das Gefühl wirklich Neuland zu betreten, obwohl Franz Boll (2), Herta von Dechend und Goirgio de Santillana (3) schon eine Fährte gelegt haben. Diese Autoren scheinen aber Johannes nur beschnuppert zu haben, und machten dann wohl einen Rückzug, vielleicht aus religiöser Rücksicht, vielleicht aus Vorsicht, sich nicht die Finger zu verbrennen. Doch Boll lenkt uns auf die richtige Fährte, wenn er sagt: Nach dem Lauf der Sterne messen die Menschen den Lauf der Zeit. Für Unkundige, deren Kenntnisstand nicht auf Wissen, sondern auf Glauben beruht, entsteht daraus sehr schnell der Satz: "Der Lauf der Sterne bestimmt die Zeit!" Worauf für Religiöse sich ableitet: "Der Himmel lenkt alles Irdische."

Der Text, den Johannes uns hinterlassen hat, entspricht durch seine Bilderfülle wohl eher einem surrealistischen Gedicht, einem Traumerleben, eben einer Vision, der man sich entweder analytisch nähern muss, oder dessen Poesie man kommentarlos genießt. So wie ein Psychoanalytiker sich dem Traum eines Patienten zuwendet, wenn er Unbewusstes offen legt, erfolgte die Annäherung an die astronomischen Inhalte der Offenbarung. Diese Inhalte scheinen codiert, so wie misshandelte Kinder in ihren Zeichnungen oder Träumen Botschaften verschlüsseln, aus Angst und Schmerz vor der eigenen Wahrheit. Eine Angst, die man im heutigen Sprachgebrauch irrational nennen würde. Dennoch gebührt diesem Text Hochachtung, gleichsam als Kunstwerk, so wie größte Wertschätzung den Werken van Gogh's oder Dali's geschenkt wird. Interpretieren wir also Johannes von Patmos Schriften so, wie es ein Kunsthistoriker mit mittelalterlichen allegorischen Gemälden versucht und sehen wir das Ergebnis.

Johannes schildert in seiner ungeheuer blumigen Sprache in Visionen, die an Traumsequenzen erinnern, die Endzeit und seine Schrift wurde zu dem mächtigsten Instrument, das gleichsam als Rute den Gläubigen von der Kirche ins Fenster gestellt wurde.

Johannes leitet mit einer Begrüßung ein:
    "Gnade und Friede sei mit euch von ihm, der ist und war und der kommen wird, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus; er ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten...,Offb1,4"


Gott (Er, der ist), umgeben von sieben Geister, steht für Johannes also an erster Stelle. Johannes steht also ganz in der Tradition des Moses, dem Gott ("Ich bin, der ich bin") erschien. Johannes beginnt seine Offenbarung mit sieben Briefen an sieben Christengemeinden, die er aus allen Christengemeinden Kleinasiens "offenbar" gezielt auswählt:"...und hörte hinter mir eine laute Stimme, die wie eine Posaune klang. Sie sprach: schreib in ein Buch, was du siehst, und schick es an die sieben Kirchen: nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia und nach Laodizea....,Offb1,9"

Das Geheimnis der sieben Sterne, ...bedeutet dies: "Die sieben Sterne sind die Engel der sieben Kirchen, und die sieben Leuchter sind die sieben Kirchen." Offb 1,20

Schon am Beginn erwähnt er die Zahl Sieben, die in der antiken Sternkunde meist auf das Siebengestirn des Großen oder Kleinen Wagens, die Plejaden oder die sieben antiken Planeten, die neben den fünf mit freiem Auge sichtbaren Planeten auch Sonne und Mond beinhalten, Bezug nimmt. Wir brauchen also mehr Hinweise, worauf sich die magische Zahl sieben bezieht.

Johannes selbst gibt uns hier den Schlüssel zur Bedeutung der Siebenzahl. Die Sterne die Engel der Gemeinden. Was meint Johannes mit Leuchter oder Engel der Gemeinde? Vielleicht die alten Gottheiten oder Geister, denen die Heiligtümer der sieben Gemeinden geweiht sind? Sind die sieben Sterne, die sieben damals bekannten Planeten? Dann wären diese sieben Himmelskörper die sieben großen himmlischen Gottheiten der Antike, denen die Heiligtümer der Gemeinden geweiht sind! Sehen wir uns die Gemeinden näher an!

Der erste Brief geht an Ephesus, dem Mittelpunkt des Artemiskultes. Er beginnt:

    "Schreib dem Engel der Kirche in Ephesus:..", Artemis, die griechische Göttin der Jagd und des Mondes, die römisch zur Diana wird, war die Schutzgöttin dieser Stadt. Auch die Apostelgeschichte 19:24-28 berichtet vom berühmten Artemisheiligtum von Ephesos und den Silberschmieden, die um ihre guten Einkünfte fürchteten, da ihnen Paulus mit seinem neuen Glauben das Geschäft zu verderben drohte: "So kommt nicht nur unser Geschäft in Verruf, sondern auch dem Heiligtum der großen Göttin Artemis droht Gefahr, nichts mehr zu gelten, ja sie selbst wird ihre Hoheit verlieren, die von ganz Asien und vom ganzen Erdkreis verehrt wird" lauten die Mahnungen des Siberschmiedes Demetrius aus Ephesus. Bei dem Tumult den Paulus auslöste, rief der Stadtschreiber aus: "Männer von Ephesus! Wer wüßte nicht, daß die Stadt der Epheser die Tempelhüterin der Großen Artemis und ihres vom Himmel gefallenen Bildes ist?"

    Der erste Brief des Johannes, ein Aufruf an den Engel von Ephesus, womit Artemis, die Göttin des Mondes angesprochen! Der erste der antiken Planeten wäre gefunden!


Griechische Darstellung der Göttin Artemis mit Mond und Tierkreis. Der zweite Brief geht an Smyrna. Wie alle weiteren beginnt auch er: "Schreib dem Engel der Kirche von Smyrna:..."

    Johannes schmäht und bedroht die Synagoge der dortigen Juden als die Satans. Nun haben ja die Juden besondere Nähe zu Saturn, der sich ja römisch zum Satyr wandelt und schlussendlich zum christlichen Satan wird. Der den Juden heilige Tag ist der Sabbat, Saturday. Ein Hinweis auf den zweiten Planeten Saturn.


Der dritte Brief geht an Pergamon mit seinem Zeustempel (und seinem großen, noch erhaltenen Marmoraltar).
    Der Engel von Pergamon kann demnach nur Zeus sein, der Schutzpatron der Stadt, galt doch sein Tempel als einer der sieben Weltwunder der Antike. Zeus wird römisch zu Jupiter, Gottheit eines weiteren Planeten. Mit dem dritten Brief ist also ein weiter Planet, nämlich Jupiter von Johannes angesprochen.


Der vierte Brief geht an den Engel von Thyatira.

    Er strotzt mit Vorwürfen an eine Frau namens Isebel, die sich Prophetin nennt und Unzucht treibt und endet der Erwähnung des Morgensterns. Der Morgenstern ist ein eindeutiger Hinweis auf Aphrodite, deren weibliche Sexualität ja bis heute von den Christen als luziferisch verdammt ist. Planet Venus hatte in der Antike auch den Namen Luzifer (Lichtbringer) und gibt mit seiner Sichtbarkeitsperiode von ca. 266 Tagen einen uralten Schwangerschaftskalender ab. Mit Venus ist der vierte Planet gefunden.


Der fünfte Brief geht an Sardis, eine Gemeinde mit reichem Wollhandel.

    Im Brief ist viel die Rede von einem Dieb und Gewändern. Der Gott Diebe und Händler ist Hermes / Merkur. Sardis liegt am Hermes Tal an der Hauptstraße, das sie mit den anderen sechs Gemeinden der Offenbarung verbindet. Der fünfte Hinweis auf einen weiteren Planeten, Merkur.


Der sechste Brief geht an Philadelphia.

    In Delphi, der griechischen Namensvetterin der Stadt stand einst das berühmteste Orakel der Welt, vom Sonnen - Gott Apoll selbst errichtet, nachdem er Python tötete, wie der Mythos sagt. Der Delphin, das heilige Tier Apollos, des Gottes der Sonne weist den Weg zum sechsten Himmelskörper, zur Sonne.


Der siebente Brief geht an Loadizea.

    Hier versagen Interpretationsversuche, es würde aber nicht verwundern, wenn in Laodizea, ein dem Mars oder Ares geweihter Ort war. Es gab damals viele Mars Latopius Tempel. Vielleicht können spätere genauere Recherchen hier weiterhelfen. Der siebente Brief wäre demnach an den letzten, noch verbleibenden Planeten der Antike, Mars, gerichtet.


Die "Sieben Planeten" aus einer mittelalterlichen Handschrift mit Namen: iovis, mars, saturnus, solis, luna, mercurius and lucifer. Alle Briefe enden mit dem Satz: "Wer Ohren hat der höre, was der Geist der Kirchen sagt."

Was gilt es also zu hören in der Botschaft des Johannes? Die Geister der Kirchen, die sieben alten Gottheiten der Heiligtümer, die den sieben Planeten zugeordnet sind! Er wollte sicher damit in seiner geheimen Botschaft die sieben Planeten als astronomischen Inhalt verpacken! Eine weitere Möglichkeit ist, dass Johannes von der Funktion der Planeten auch als Zeit gebende Faktoren wusste, die gleichsam als himmlische Uhren auch für Kalender maßgebend sind. Die Zahl sieben und die Frage, warum Johannes gerade diese Gemeinden auswählte, legt jedenfalls die sieben Planeten nahe. In der Antike ist die Zahl sieben, ob bei den sieben Wochentagen oder den sieben Armen der Menora, mit der Anzahl der sieben damals bekannten Planeten verknüpft.

Ist die Anrede der Briefe an die Planeten gerichtet, so finden sich in der Folge eindeutig weitere zahlreiche astronomische Bezüge. Die Einleitung bringt eine phantastische Beschreibung des Kosmos:

    "...Und vor dem Thron ist gleichsam ein gläsernes Meer, das einem Kristall gleicht. Und in der Mitte rings um den Thron, sind vier Wesen voller Augen, vorn und hinten. Und das Erste Wesen gleicht einem Löwen, das zweite einem Jungstier, das dritte hat ein Gesicht, das einem Menschen gleicht, das vierte gleicht einem Adler im Flug. Und jedes der vier Wesen hat sechs Flügel...",Offb 4,6-8


Dies klingt wie eine Metapher, die an die Himmelskugel erinnert und an die vier Himmelsrichtungen und die Sternbilder der Kardinalpunkte denken lässt. Stier, Löwe, Adler und Engel (Mensch), die Symbole der vier Evangelisten sind von diesen Sternbildern und vier Himmelsrichtungen abgeleitet.

Im folgenden Kapiteln zeigt uns die Offenbarung das Ende des alten Zeitalters und den Aufgang des Neuen durch Öffnen von Siegeln und Posaunen.

    ".. eine Buchrolle; sie ist beschrieben innen und außen ... mit sieben siegeln versiegelt ... Wer ist würdig, die Buchrolle zu öffnen und ihre Siegel zu lösen? Aber niemand im Himmel, auf der Erde und unter der Erde konnte das Buch öffnen und lesen. Ich aber weinte sehr, weil niemand für würdig gehalten wurde, das Buch zu öffnen und es zu lesen. Da sagte einer von den Ältesten zu mir: Weine nicht! Gesiegt hat der Löwe aus dem Stamm Juda, der Sproß aus der Wurzel Davids; er kann das Buch und seine sieben Siegel öffnen.", Offb 5,3-5


Johannes weint, weil er meint niemand könne das Buch (den Kosmos) verstehen, erfährt aber, dass ein Löwe kommen werde, der das Buch und die Sieben Siegel öffnen würde. Was wohl mit dem Löwen gemeint ist, darüber werden wir später mehr erfahren!

    "..und ich sah: Zwischen dem Thron und den vier Wesen und den (vierundzwanzig) Ältesten steht ein Lamm; es gleicht einem geschlachteten Lamm...", Offb 5,6


Das Bild des Opferlammes, auch ein Symbol für Christus, entspricht dem vergangenen oder untergegangen (der Sonne oder der Zeit geopferten) Zeitalter Widder. Es drückt aus, dass zum Frühlingsbeginn die Sonne das Sternbild Widder gleichsam verschlungen hat, da sich sein morgendlicher Aufgang durch die Präzession um etwa einen Monat jahreszeitlich verschoben hat. Die Christen zelebrieren dies symbolisch durch verspeisen des Leib Christi (das Opferlamm). Im Zeitraum von etwa 2000 Jahren verschiebt sich ein Sternbild zu den Kardinalpunkten der Jahreszeiten. Zur Frühlingstag und Nachtgleiche vor Sonnenaufgang ist es signifikant zu beobachten, wie alle 2000 Jahre am östlichen Horizont ein neues Sternbild des Tierkreises verschwindet, das den Sonnenaufgang ankündet während sich im Westen ein neues erhebt. Vor 2000 Jahren verdrängte Fische das Sternbild Widder im Osten und Jungfrau nahm den Platz von Skorpion ein. Weil Jesus in der religiösen Literatur diese Zeitenwende verkörperte, erhielt er sowohl den Beinamen ICHTHYS (Fisch) als auch das Synonym Opferlamm und gilt als aus einer Jungfrau geboren.

Die Milchstraßen Mythen


In diesem Zusammenhang sollten antike Glaubensvorstellungen von Tod und Wiedergeburt erwähnt werden, wie zum Beispiel die toten Seelen, die in der Milchstraße warteten und ihr entlang gingen, bis sie wiedergeboren wurden.

Hades/Pluto war der Gott der Unterwelt, dessen Reich jenseits des Flusses Styx lag. Sein Weib und die Totengöttin war Persephone/Proserpina bzw. die nordisch Hel und sie ist im Sternbild der Jungfrau versinnbildlicht, dessen Hauptstern Spika, hellster Stern der Ekliptik ist. Der griechische Name ist "era" und bedeutet die Kornähre in der Hand des Sternbild Virgo. Durch die Beobachtung, wie dieser Stern zu Frühlingsbeginn höher und höher stieg, berechneten die Hipparchos und Ptolemaios als erste die Präzession der Äquinoktien. Dadurch wurde der griechische Name von Spika auch zum Begriff Ära, einem Synonym von Zeitalter (11). Der Lateinische Ausdruck für Ähre, "arista", wurde zum Ursprung von Begriffen wie Aristokratie, die edle Geburt bedeutet. Andererseits mag auch der Glaube, dass Jesus aus einer Jungfrau geboren wurde, und der Tatsache sich begründen, dass die Jungfrau neues westliches Frühlingssternbild, bzw. neues Sternbild wurde, in dem die Sonne im Herbst steht. So bekommt auch die Begrüßung eingangs Sinn, wo von Jesus als Erstgeborenen von den Toten die Rede ist. Johannes meint damit das Sternbild Jungfrau, das durch die Präzession aufgegangen war, und aus dem Jesus gleichsam wiedergeboren war, als erster einer neuen Ära.

Doch fahren wir fort und sehen wir, welche weiteren Sterne oder Sternbilder erscheinen:
"..alle halten ein Saitenspiel und goldene Schalen voll von Räucherwerk...." Offb 5,8

Wie heißt das himmlische Saitenspiel? Wie heißen die goldenen himmlischen (Waag-) Schalen? Leier und Waage! Ist das Räucherwerk für den Altar bestimmt? Also weiter im Text: Nun wurden die ersten vier Siegel des berühmten Buches geöffnet: Es kommen die vier apokalyptischen Reiter:

    "...Dann sah ich ein weißes Pferd; und er der auf ihm saß, hielt einen Bogen. Ihm wurde ein Kranz gegeben, und siegreich zog er aus, um zu siegen. Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Wesen rufen: Komm! Dann zog ein anderes Pferd aus; es war feuerrot ... Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben ... Dann sah ich ein Schwarzes Pferd; und er der auf ihm saß, hielt eine Waage in der Hand ... Dann sah ich ein fahles Pferd; und er der auf ihm saß, er hieß "der Tod"; und die Welt des Todes zog hinter ihm her. "Offb 6,2-8.


Das weiße Pferd, erinnert an Pegasus, das Sternbild nördlich der Fische, der Bogen an den Schützen, der Kranz an die nördliche Krone, genau gegenüber auf der andern Seite des Zeniths des Himmels am Frühlingsmorgen zur Zeit des Johannes.

Dem weißen Pferd folgen noch drei: ein feuerrotes mit Schwert, ein schwarzes Pferd mit einer Waage und schließlich ein fahles mit dem Tod. Das Schwert könnte das des Perseus sein, der am Horizont genau gegenüber der Waage steht; der Tod findet schließlich am Sternhimmel die Entsprechung in Persephone, der Göttin der Unterwelt, verkörpert in der Jungfrau. Des weiteren sind einige Wortfetzen eingefügt von Weizen und Gerste, ein weiterer Bezug zu Spika, der Ähre, dem Hauptstern der Jungfrau.

Das Öffnen der Siegel am Beginn der Apokalypse scheint eine Art phantasievolle Sternenwanderung mit den Beschreibungen der Sternbilder zur Tag und Nachtgleiche im Frühling vor 2000 Jahren zu sein. Eine Himmelsbeschreibung der morgendlichen Sternstunde zum uralten Stichtag, dem Frühlingsbeginn vor 2000 Jahren. Der Morgenhimmel über Johannes! Wie der Ausruf des Widderzeitalters des persischen "Zeitenwenders" Kai Khosrau im persischen Nationalepos Shanameh von Firdausi (14): "Die ganze Welt ist mein Königreich. Mein ist Alles, von den Fischen bis hinab zum Haupt des Stiers".

Es gilt auch den einstigen Glauben zu berücksichtigen, will man das Weltbild der Antike begreifen: Viele glaubten damals, für jeden Menschen gibt es einen Stern. Wird ein Mensch geboren, erscheint sein Stern am Himmel. - Sogar heute noch sagen wir bei Schlagerstars: "sein Stern ist am Schlagerhimmel aufgegangen". Starb jedoch in der Antike ein Mensch, so verlöschte auch sein Stern - sein Lebenslicht.

Was Johannes beschreibt ist der Himmel, der die Bühne für diese Glaubensbilder darstellt. Es sind die Sternbilder zum Frühlingsmorgen, die Johannes zu seiner Zeit beschreibt. Es sind Pegasus im Osten, Perseus im Norden, Jungfrau, Waage im Westen, Scorpion und Schütze im Süden, und Drache, Krone, Leier und Adler im Zenit. Das untergegangene Sternbild Widder beschreibt Johannes als Opferlamm, die Fische benennt er offenbar nicht. Damit scheint er seine Botschaft zu verschleiern und ein Mysterium zu schaffen, was ihm ja gelungen ist.


Die Page wurde wohl geändert oder aus dem Netz genommen, deshalb habe ich die Links hier entfernt.
Himmelsdarstellung, Das Sternenzelt vor Sonnenaufgang am Frühlingstag, 5 Uhr, Jerusalem 100 CE.

Himmelsdarstellung, Frühlingsäquinoktium, Blick nach Westen, 5 Uhr, Jerusalem 100 CE.

Himmelsdarstellung, Frühlingsäquinoktium, Blick nach Osten, 5 Uhr, Jerusalem 100 CE


Nach den vier Pferden folgte mit dem fünften Siegel eine Aufforderung noch zu warten:

    "...und es wurde ihnen gesagt, sie sollten noch eine kurze Zeit warten, bis die volle Zahl erreicht ist..." Offb 6,11


Das sechste Siegel beschreibt dann ziemlich eindeutig weitere astronomische Ereignisse:

    "Die Sonne wurde dunkel wie eine schwarzer Sack, und der Mond wurde wie Blut." Offb 6,12


Den Beschreibungen der Finsternisse von Sonne und Mond folgt die Kennzeichnung von je zwölftausend Auserwählten aus den zwölf Stämmen von Israel. - Daraus ergibt sich die Zahl ominöse 144.000. Eine Zahl, die wir schon vom Maya Kalender her kennen, die sich durch Kombination von Duodezimal- und Dezimalsystem ergibt.

Vor dem Öffnen des siebten Siegels wird erstmals das Quellwasser des Lebens den Auserwählten versprochen.

    "...eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen...das Lamm...wird sie weiden und zu den Quellwassern des Lebens führen, und Gott wird jede Träne aus ihren Augen wischen." Offb 7,11


Dies ist die erste Anspielung auf die Quelle, der das heilige Wasser entspringt. Für mittelalterliche Gläubige war dies der Beginn der Suche nach dem Heiligen Gral. Auch für Kreuzrittermythen nach Ende des ersten Jahrtausends war dies ein Leitmotiv.

Das siebente Siegel enthält die sieben Posaunen und seine Öffnung beginnt dramatisch mit Stille, und wie Johannes eingangs erwähnte könne erst ein Löwe das Buch lesen.:

    "Als das Lamm das siebte Siegel öffnete, trat im Himmel Stille ein, die der Dauer einer halben Stunde entsprach". Offb 8,1


Danach ist wieder von der Räucherpfanne aber auch dem Altar die Rede, einem Sternbild südlich des Skorpion nahe dem südlichem Himmelspol:

    "Dann nahm der Engel die Räucherpfanne, füllte sie mit Feuer, das er vom Altar nahm, und warf es auf die Erde;" Offb 8,3


Das Sternbild Altar ist das südlichste Sterbild, das von Patmos aus sichtbar ist. In bildhafter Vorstellung, wie Unterseite der Himmelskugel auf dem sie ruht. Der tatsächliche Südpol ist ja von einer Position nördlich des Äquator, also auch für Johannes nicht sichtbar. Michael Scotus nannte das Sternbild Altar noch "puteus sive sacrarius" (Brunnen oder Altar). Der heilige Brunnen als Symbol für den Weg in die Unterwelt. Wie im Märchen von Frau Holle (10), die im Hellespont, in hellehirte und schließlich der Hölle und Halloween ihre sprachliche Entsprechung findet. Und in Calypso, der "Verbergerin" auf der Insel Ogygia. Auch die Sage vom Basilisk, der als Drache mit Hahnenkopf am Grund eines Brunnens haust und das blaue Licht passt in dieses Schema (10). Unergründlich scheinen die Metaphern des Brunnens.

Es gibt von Gervasius von Tilbury (15) eine Erzählung, dass der Stern der Weisen in einen Brunnenschacht von Bethlehem fiel, nachdem er seine Aufgabe, die Magier zu leiten, erfüllt hatte. Sogar die Kaaba von Mekka, mit dem in Silber gefassten Schwarzen Stein, ein Meteor, steht am Ort so eines heiligen Brunnens, dessen Rand einst ein Kubus zierte. Der Brunnen war vorislamisches Heiligtum des Gottes Hubal, eines Kronos/Saturn gleichgesetzten Gottes (3). Der Kubus ist altes Symbol des Saturn, christlich Satan, Inkubus.

Auf diesem Altar, der zuvor auch ein Brunnen war, leistete, laut Erathosthenes (16), Zeus seinen Eid, bevor er Kronos angriff und ihn vom Himmelsthron warf. Sie gilt als erste mythische Götterdämmerung und Zeitenwende der alten Griechen. Der Beginn der Olympiaden - Zeitrechnung leitet sich davon ab. Sogar ein rätselhafter Schwur zwischen Abraham und Abimelech im Alten Testament findet so eine Entsprechung:

    "Er antwortete: Sieben Lämmer sollst du von meiner Hand nehmen, damit sie für mich ein Zeugnis seien, dass ich diesen Brunnen gegraben habe. Daher heißt die Stätte Beerscheba, weil sie beide miteinander da geschworen haben. Und so schlossen sie den Bund zu Beerscheba." Mos, 1, 30-32.


Johannes hatte also ein Weltbild, das dem gewölbten Himmel der alten Griechen und des Ovid ähnlich war und auch er beschwört, wie einst Zeus, den Altar, bevor endlich die Götterdämmerung hereinbricht.

Mit dem Öffnen des siebenten Siegels, das die Posaunen enthält, und der Beschwörung des Altars, ändern sich plötzlich die Sternbilder, die Johannes beschreibt. Hier beginnt der Blick des Johannes auf den Sternenhimmel der Zukunft! Besonders ein Sternbild fällt auf, das im Grauen des Frühlingsmorgenhimmels vor 2000 Jahren nicht sichtbar war! Der Showdown der Apokalypse startet mit der ersten Posaune: Sie erinnert an ein Unwetter, die zweite an einen Vulkan, die dritte an einen Kometen oder einen Meteoriteneinschlag:

    "Da fiel vom Himmel ein großer Stern, der wie eine Fackel brannte...Der Stern heißt der "Wermut". Da wurde ein Drittel das Wassers zu Wermut, und viele Menschen starben durch das Wasser, weil es bitter geworden war. Offb 8,11"


Hier werden wohl einige Apokalyptiker, Weltuntergangspropheten und schwarzmalende Astrologen einhaken: Dies sei die Prophezeiung des Johannes auf den Asteroiden 1997XF11, den der Astronom Jim Scotti am 6. Dez 1997 entdeckt hat. Dieser Asteroid wird sich am 26. Oktober 2028 auf etwa 40.000 km nähern und könnte mit einer Geschwindigkeit von etwa 30.000 km/h mit der Erde kollidieren. Die Bahnberechnungen sind jetzt noch nicht genau möglich, doch kommt er der Erde gefährlich nahe. Auf ein Zehntel der Entfernung Erde - Mond, - nur etwa 3 mm im Milliardenmaßstab, wenn wir uns die Erde auf die Größe eines Augapfels verkleinert vorstellen. Auch die Größe des Asteroids mit etwa 1,5 km kann beträchtliche Auswirkungen bei einem Einschlag haben. Doch Johannes konnte von diesem Asteroiden wohl kaum gewusst haben. Was berichtet er also weiter: Die vierte Posaune ist wieder eine Finsternis. Doch diesmal etwas anders, vielleicht wie eine Verfinsterung durch gewaltige Staubmassen? Die fünfte öffnet den Schacht zum Abgrund:

    "Da sah ich den Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war; ihm wurde der Schlüssel zu dem Schacht gegeben, der in den Abgrund führt. Und er öffnete den Schacht des Abgrundes. Da stieg Rauch auf aus dem Schacht, wie aus einem gewaltigen Ofen,"Offb 9,1-2


Die Metapher des Schachtes ist ähnlich die des Brunnens, in der Bildsprache der Antike mit den Antipoden zu vergleichen. Der Schacht führt ebenfalls zum Gegenpol in die Unterwelt, ins Innere der Erde, wo Vulcanus und Hephaistos, die sagenhaften Mühlenschmiede, die Demiurgen werken. Die oft untreue Frau des Hephaistos ist Aphrodite/Venus. Ihr Platz in der Hölle als Luzifer scheint also schon lange vor der dem Christentum vorprogrammiert zu sein.

Dem Rauch aus dem Schacht folgen Heuschrecken und Skorpione, die an die Sage von Tithonos am Ende seiner Tage als Zikade erinnern und die Sage von Orion, der durch eine Skorpion getötet wurde:

    Aus dem Rauch kamen Heuschrecken über die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben wie sie Skorpione haben: Es wurde ihnen gesagt: Dem Gras der Erde, der jungen Saat, den Bäumen fügt keinen Schaden zu, sondern allein den Menschen, die das Siegel Gottes nicht auf der Stirn haben. Offb 9, 3-4.


Die fünfte Posaune endet mit:

    "Als König haben sie über sich den Engel des Abgrundes; er heißt auf hebräisch Abbadon, auf griechisch Apollyon. Offb 9,12"


Was meint Johannes damit? Nachdem ja Engel die alten Planeten sind, wie in der Einleitung erklärt, ist die Lösung hier ganz einfach! Als König steht nur ein Stern über ihnen, sagt Johannes: Apoll, der Gott der Sonne! Wie ist es aber möglich, dass nur die Sonne, als einzige von allen Planeten (Engel in der Sprache des Johannes) sichtbar ist? Wann ist dies der Fall? Die Beschreibung passt zu einer Planetenstellung, wie sie bei der Konjunktion aller alten Planeten im Mai 2000 tatsächlich war. Die Große Stunde des Kosmos, wie Aristoteles es nannte. Man sieht ja nur die Sonne, da alle anderen Planeten hinter ihr sind, und durch sie überstrahlt werden. Wegen dieser Planetenstellung ist der Autor Richard Noone zu einem seltsamen Propheten geworden und erfüllt auf eigenartige Weise nicht nur Johannes sondern auch die Evangelien. Sagt nicht die das Neue Testament wörtlich, dass niemand ( no one) den Tag und die Stunde der Endzeit kennt?

    "Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,..." Mt. 24,36.


Der Amerikaner Richard W. Noone (17) beschreibt nämlich in seinem Buch (5/5/2000. Ice. The ultimate disaster) ein unwirkliches Weltuntergangsszenario, wo es zu einer Polverschiebung auf Grund der Gravitation durch diese Planetenstellung kommen würde und die ganze Zivilisation zerstört wird. Obwohl diese Konjunktion natürlich ohne jede geologische oder astronomische Auswirkung war, äußert sich die unterbewusste Kraft, die in dieser Konjunktion liegt. Noone verwechselte allerdings Zeitenwende mit Erd-Verschiebung in dem er die Orientierung zwischen Zeit und Raum verlor. Noone scheint ein gläubiger Verfolger des alten Weltbildes zu sein, der vielleicht ähnlich wie Johannes nicht begreift, dass das Weltbild nicht die Welt selbst ist. Johannes hat eine solche Konstellation geahnt, sie entspricht ja dem Olympischen Symposion, Noone erfüllte sie geradezu aberwitzig wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Die Parallele zu Odysseus, der dem Zyklopen Polyphem entkommt, indem er sich als "Niemand" ausgibt, darf dabei als etwas belustigender mythischer Hinweis auch nicht fehlen. Wir werden aber später noch sehen, wie Dionysius Exiggus die christliche Jahreszählung erstellte und die katholische Kirche diese übernahm und auch damit die Prophezeiung des Johannes erfüllte.

Vorerst folgt aber die sechste Posaune:

    "...Binde die vier Engel los, die am großen Strom Euphrat gefesselt sind! Da wurden die vier Engel losgebunden, die bereitstanden und auf die Stunde und den Tag, Monat und Jahr warteten, um den dritten Teil der Menschen zu töten..."Offb 9,14-15


Der große Strom Euphrat, an den die vier Engel (die Kardinalpunkte) gebunden sind, kann nichts anderes sein als die Milchstrasse, die wir schon oben erwähnten. Sie ist in vielen alten Himmelsbeschreibungen als großer Himmelsfluss dargestellt, der dem Gefäß des Wassermanns entspringt. Auch im griechischen Mythos über das Sternbild Fische wird dieser Fluss von Ovid erwähnt: Als die Giganten unter Führung Typhons dem Himmel stürmten, flohen die Olympischen Götter oder verwandelten sich in Tiere: Zeus/Jupiter in einen Widder, Apollo in eine Raben, Chronos/Saturn in einen Ziegenbock, Artemis/Diana in eine Kuh. Auch Aphrodite/Venus floh mit ihrem Sohn Erus/Cupido und wollte sich im Gestade des Palestinischen Euphrats vor dem heranrasenden Typhon verstecken. Zwei Fische kamen heran und retteten sie und ihren Sohn ans andere Ufer.

    "Daher," sagt Ovid (18), "halten es die ängstlichen Bewohner Syriens für Unrecht, diese Tiere auf den Tisch zu bringen, und sie entweihen ihren Mund nicht durch den Genuss von Fischen." Dass die Milchstrasse auch im Mittelalter für den Ort der Seelen gehalten wurde, zeigen unzählige Hinweise. So wurde sie vermutlich wegen ihrer gigantischen Ausmaße auch als riesiger Tier bezeichnet. Seit biblischer Tradition ist der am meisten gefürchtete Geist der "daemonio meridiano" (Mittagsdämon) oder " collegio spirituum sapientissimorum" (Versammlung von höchst gelehrten Geistern) , "de quibus valde timendum est" (die man sehr zu fürchten hat).


Auch der Psalm erzählt davon:

    "non timebis a timore nocturno, a sagitta volante in die, a negotio preambulante in tenebris, ab incursu et daemonio meridiano". Ps. 91:5-6


Auf Deutsch: Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

In seinem lateinischen Commentarii in Somnium Scipionis (Kommentar von Scipios Traum) erklärt Macrobius, ein Schreiber des 5. Jh.. dass die Milchstraße die Wohnstätte der toten Seelen von machtvollen Menschen sei und beschreibt sie als einen auf den Tierkreis senkrechten Kreis. Auch Michael Scotus betrachtet die Milchstraße als den Sitz der Seelen und nennt sie "demon meridianus seu galaxia" (Mittagsdämon oder Galaxis) (4). Viele weltweit ähnliche Mythen ranken sich noch heute um dieses Tier, üblicherweise ein Hund oder ein Wolf, der aus einer nördlichen Mühle Mehl stielt und über den Himmel davonläuft. So nennt der amerikanische Indianerstamm der Pawnee die Milchstrasse noch heute "Hundeweg" und bewahrt dieses Wissen in Heiligen Bündeln, die Sternkarten enthalten. Im Altholländischen heißt sie "Brunelstraat", nach Brunel, dem brauen Vetter diebischen Reineke Fuchs (3). Ein weiteres Bindeglied findet sich in einigen französischen Provinzen, wo die Milchstraße "Seelenweg" genannt wird (6). Dieses Motiv findet sich weiterhin in Wehrwolfgeschichten und der nächtlichen Jagd, die früher Angst und Schrecken verbreitete und lebt noch immer in der modernen Phantasie (6) (7). Einen ähnlichen Zugang liefert auch das amerikanische Lakota Volk, wo das helle Himmelsband Wanaghi Tachanku, Weg der Geister, heißt (5). Dass also der Palestinische Euphrat sowohl die Milchstraße, als auch den Jordan repräsentiert, wird in der umgangsprachlichen Redewendung für Sterben, "über den Jordan gehen" ausgedrückt. Symbolisch spielt auch die Taufe im Fluss Jordan darauf an. Zu guter Letzt war die Milchstraße, der Mittagsdämon, aber auch noch im endenden Mittelalter deshalb von der Kirche meist gefürchtet, weil Giordano Bruno behauptete, auf diesen anderen Sternen würden andere Menschen leben und andere Götter sein. Bekanntlich landete er dafür ja auf den Scheiterhaufen und wurde verbrannt.

Im folgenden 10. Kapitel macht Johannes aber klar, was die Zukunft bringt:

    "Und ich sah: Ein anderer Engel kam aus dem Himmel herab; er war in einer Wolke umhüllt, und der Regenbogen war über seinem Haupt. Sein Gesicht glich der Sonne und seine Füße glichen Feuersäulen. In seiner Hand hielt er kleines Buch das aufgeschlagen war. Er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken auf das Land und schrie mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt..."Offb 10,2


Jetzt deutet Johannes es zum ersten mal ganz klar an! Es ist der schon eingangs erwähnte Löwe. Er hat das Buch in der Hand und kann es lesen. Was darin steht, würde kühl und sachlich lauten: Das Sternbild des Löwen erhebt sich wegen der Präzession über den westlichen Horizont des Frühlingsmorgens. In der Bildsprache des Johannes steigt das Sternbild Löwe aus dem Sternenmeer empor.

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Himmelsdarstellung Frühlingsäquinoktium, Blick nach Westen, 5 Uhr, Jerusalem, Jahr 2000

Himmelsdarstellung Frühlingsäquinoktium, Blick nach Osten, 5 Uhr, Jerusalem, Jahr 2000

In Kapitel 11 werden erstmals kalendarische Anweisungen gegeben mit den Hinweis auf 42 Monate, gemessen und berechnet mit einem Stab. Wir werden später anders ausgedrückt die selbe Zeitspanne wiederfinden.

    "Dann gab man mir ein Rohr, das einem Messstab glich, und man sagte zu mir: Geh miss den Tempel Gottes und den Altar und alle, die dort anbeten! Den Hof der außerhalb des Tempels liegt, lass aus und miss nicht; denn er ist den Heiden preisgegeben. Sie werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang." Offb 11,1-2.


Darauf lässt Johannes zwei Zeugen auftreten, die 1260 Tage lang prophetisch reden und allerlei Zauber aufführen und die Menschen quälen. Sie werden die zwei Olivenbäume genannt. Schließlich werden sie getötet, aber nach drei und einen halben Tag wieder zum Leben erweckt.

    "Und ich will meine zwei Zeugen beauftragen, und sie werden im Bußgewand auftreten und prophetisch reden zwölfhundertsechzig Tage lang. Sie sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter ... Wenn sie ihr Zeugnis abgelegt und ihr Werk vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund steigt, mit ihnen Krieg führen und sie besiegen und töten. Und ihre Leichen bleiben auf der Straße der großen Stadt liegen ... Aber nach dreieinhalb Tagen schickte Gott wieder den Lebensgeist in sie..." Offb 11,12


Hier ist es nötig eine weitere diesmal mittelalterliche katholische Prophetie hinzuweisen, die Prophezeiung des Malachias, die bei jeder Papstwahl wichtig wurde. Die Prophezeiung verspricht eine exakte Vorhersage aller Päpste bis zum Ende der Zeiten mit Hilfe ihrer Mottos (Epithet). Der jetzige Papst Johannes Paul II, ist der vorletzte auf dieser Liste und sein Epithet lautet "de labore solis" (Sonnenfinsternis). Dem letzten Papst entspricht das letzte Motto dieser Liste: Gloria olivae (Ruhm des Olivenbaums). Die lateinischen Worte der Malachias Prophetie unmittelbar nach Gloria olivae, dem letzten Papstmotto lauten:

  • "Into psecutione extreme S.R.E. sedebit. Petrus Romanus, qui pascet oves in multus tribulationibus: Quibis transactis civitas septicollis diruetur, & Iudex tremedus iudicabit populum suum. Finis. "


  • Auf Deutsch: Verfolgt wird sich der Bischof von Rom ans äußerste Ende zurückziehen, der so viele Schafherden geweidet hat. Danach wird die Siebenhügelstadt (Rom) zerstört werden und der furchtbare Richter wird sein Volk zur Rechenschaft ziehen. Ende.


Wie die Prophetie bis heute in der katholischen Kirche als sich erfüllende Prophezeiung erfüllte, finden sie auf der Webseite von www.calendersign.ric.at

Mit der siebten Posaune, den 24 Ältesten und dem dritten Wehe erfolgt die Öffnung der Bundeslade, und dann erscheint eine Frau und der Drache:

  • "Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren sitzen, fielen auf ihr Angesicht nieder; sie beteten Gott an ..."Offb 11,16.


  • "Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seine Bundes sichtbar: Blitze, Stimmen und Donner entstanden, Beben und gewaltiger Hagel." Offb 11,19


  • "Da erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau, umgeben von der Sonne, den Mond unter ihren Füßen, und einen Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie in ihren Wehen und der Qual ihres Gebärens." Offb 12,1-2


  • "Da erschien ein großes Zeichen am Himmel: Ein Drache groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schweif fegte in Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte, um ihr Kind nach den Geburt zu verschlingen. Und sie gebar ein Kind, eine Sohn, der über alle Völker herrschen soll mit eisernem Szepter. Und ihr Kind wurde zu Gott und seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr eine Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird sie zwölfhundertsechzig Tage mit Nahrung versorgt.." Offb 12,3-6


Die Bilder des Johannes sind hier sehr eindeutig: Was gebärt die himmlische Frau? Was sonst, als eine neue Zeit, ähnlich wie es Maria zugeschrieben wird, als sie Jesus gebar, den mit seinem Beinamen ICHTHYS eine neue Zeit einleitete! Der Drachen ist natürlich das Sternbild Draco! Astronomisch ist dieses Bild einfach zu erklären, denn um ihn laufen die Sternbilder der Ekliptik (auch die Zeitalter) wie die Stunden der Uhr. So wie Welle der Uhr, der Ankerpunkt der Uhrzeiger, die Stunden erzeugt und frisst, so beschreibt Johannes, wie der Drache am Pol der Ekliptik die Weltzeitalter gleichsam verschlingt. Das Motiv ist ähnlich dem griechischen Mythos, wo Kronos alle seine Kinder verschlang, bis endlich Zeus ihm entkam und danach seinen Vater stürzte. Interessant ist, dass hier wiederum die 1260 Tage vorkommen, die selbe Periode, wie vorhin bei den beiden Propheten. Es sieht fast so aus, als sei dies eine Zeitperiode, in der sich eine neue Zeitrechnung manifestieren sollte.

Die 1260 Tage entsprechen den 42 Monaten, wenn jeder Monat genau 30 Tage enthält. Es könnte ein Vermächtnis auf eine neue Zeiteinteilung sein, mit 30 Tagen pro Monat, die nach 42 Monaten und ein paar "heidnischen" Schalttagen, wenn wir uns an Offb. 11,2 erinnern, wo dieser Zeitraum erstmals vorkommt, genau 3,5 Jahre ergibt:

    "Den Hof der außerhalb des Tempels liegt, lass aus und miss nicht; denn er ist den Heiden preisgegeben. Sie werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang." Offb 11,2.


Dies scheint wie ein Hinweis zu sein, dass sich Johannes nicht in die Anzahl der Schalttage einmischen will und dies den Heiden (den Völkern), vermutlich den Astronomen überlässt, die sich darüber die Haare raufen sollen. Dieser Zeitraum könnte allerdings auch eine wiederholte Anspielung auf das Buch Daniel sein. Neben den vier Tierkreiszeichen, die später zu den Symbolen der Evangelisten wurden, findet sich im Buch Daniel [Dan 9:27] ebenfalls ein Zeitraum, der auf 3 Jahre verweist. Auch ein weiterer späterer Satz der Offenbarung erwähnt die selbe Zeitperiode, falls unter dem Begriff "Zeit" ein Jahr mit 360 Tagen zu verstehen ist. (3.5 * 360 = 1260):

    "Aber der Frau wurden die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in der Wüste an eine Ort fliegen konnte. Dort ist sie vor der Schlange sicher und wird eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit lang ernährt" Offb 12,14.


Eine "Zeit" muss in diesem Zusammenhang zweifellos einen Zeitraum von 360 Tagen bedeuten, damit 3,5 "Zeiten" genau 1260 Tage ergeben. Als nächstes aber kommt der Kampf von Erzengel Michael mit dem Drachen.

    "Da entstand ein Kampf im Himmel. Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten nicht standhalten und es gab kein Ort mehr für sie im Himmel. Und gestürzt wurde der Drache, die alte Schlange, die Teufel und Satan heißt und der den ganzen Erdkreis verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen ." Offb 12,7-9


Dies ist der berühmte Drachenkampf, wie er am Beginn vieler Mythen stand, als Thuban (arab. Drache, Alpha draconis) vor etwa 6 000 Jahren noch Polarstern war. Im Kampf wurde er überwältigt am Beginn vieler Sagen wie jener von Siegfried, Parzifal, Gilgamesch usw.. und findet sich sogar im Wiener Kasperltheater im Krokodil noch wieder. Um das Sternbild Drachen verläuft der Präzessionskreis der Erdachse, wodurch der ganze Tierkreis im Lauf des Platonischen Jahres einmal in einer Art Kreisel gegenüber dem gesamten Himmelsäquator verschiebt, hieße eine Formulierung, die man/frau auch heute versteht, wenn man/frau etwas Ahnung von Astronomie hat.

In der Offenbarung folgt nun die Begegnung der beiden Tiere: Am Ufer vor dem Drachen entsteigt das Tier aus dem Meer:

    "Und der Drache trat an den Strand des Meeres. Und ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer auf mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen gotteslästerliche Namen. Das Tier das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein Maul wie das Maul eines Löwen Und der Drache hatte ihm seine Gewalt übertragen, seinen Thron und seine große Macht". Offb 13,1-2


Die Menschen warfen sich vor dem Drachen nieder, weil er seine Macht dem Tier gegeben hatte; und sie beteten das Tier an und sprachen:

    " Wer ist dem Tier gleich, und wer kann den Kampf mit ihm aufnehmen? Und es wurde ihm ein Maul gegeben und Macht, große Worte zu sprechen und Lästerungen zu sprechen. Und es wurde ihm erlaubt, Krieg zu führen mit den Heiligen, und sie zu besiegen. Und es wurde ihm Macht gegeben, dies zweiundvierzig Monate zu tun. Das Tier tat sein Maul auf, um Gott und seinen Namen zu lästern, seine Wohnung und alle, die im Himmel wohnen. Und es wurde ihm erlaubt, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu besiegen." Offb 13,4-6.


Das zweite Mal erwähnt Johannes den Löwen, wie er aus dem Meer steigt, was aber tatsächlich das Emporsteigen des Sternbilds Leo über den Frühlingshorizont durch die Präzession bedeutet. Wieder werden die 42 Monate, wie eine Hinterlassung eines Kalenders genannt. Die Tatze des Bären gibt uns Anlass, warum mit "aus dem Meer steigen" tatsächlich nur der Aufgang eines Sternbilds am Horizont gemeint sein kann. Meisterhaft ist dies zum Beispiel im griechischen Mythos von Kallisto, dem Sternbild der Großen Bärin (ein Teil davon ist der Große Wagen) ausgedrückt. Sie verletzte ein himmlisches Gesetz und wurde zur Strafe dafür an den Himmel geschleudert, erzählt die Sage: Die Geschichte ihres Frevels ist kurz erzählt die Folgende: Kallisto (die Schönste) war im Gefolge der Artemis, der Göttin des Mondes, die strengstens nur Jungfrauen bei sich duldete. Zeus aber verführt Kallisto, vergewaltigt und schwängert sie. Kallisto versucht, das Geschehene zu verheimlichen und bleibt, obwohl nun schwanger, dennoch im Gefolge der Mondgöttin. Als ihre Schwangerschaft ruchbar wird, wird sie zur Strafe als Bärin an den Nordhimmel versetzt, wo sie nun nie mehr im Meer baden kann.

Der sternkundliche Aspekt ist relativ einfach: Der Sternort, an den das Sternbild Kallisto (zur Strafe) sich befindet, beschreibt es als nie untergehendes Zirkumpolarsternbild. Bildhaft ausgedrückt ist mit den Worten, dass Kallisto nie mehr im Meer baden kann, der Umstand, dass es nie unter den Horizont taucht. Dass sich Kallisto kein Mann (bzw. Planet) mehr nähert, weil sie als nie badende Bärin so stinkt, beschreibt umgekehrt aber auch die Bahn von Zeus/Jupiter und der anderen Planeten, die sich nur am Tierkreis und nie in der Polregion befinden. Wer demnach also nie im Meer badet, kann auch nie dem Meer entsteigen, wodurch klar wird, dass mit "Entsteigen aus dem Meer", der Aufgang eines Sternbild gemeint ist! Johannes beschreibt mit dem Aufgang des Löwen den ewigen Kreislauf der Präzession, durch den sich langsam die Sternbilder der Äquinoktien verschieben. Die Sternstunde des Löwen als westliches, morgendliches Frühlingssternbild beginnt. Dies mag für ihn wohl auch ein Hinweis auf einen Paradigmenwechsel gewesen sein, galt doch der Löwe mit seinem Hauptstern Regulus (Rex), der ziemlich genau auf der Ekliptik liegt als uraltes Herrschaftssymbol. Was vordem Gotteslästerung ist, ist dann, nämlich im neuen Zeitalter, erlaubt und die alten "Säulenheiligen" sind besiegt. Lästerungen sind erlaubt!

Auch beim Auftritt des Löwen sind die 42 Monate wieder erwähnt, ein nochmaliger Hinweis auf eine neue Zeiteinteilung. Zur Geburt des persischen "Zeitenwender" Kai Chosrau im Shanameh (14) lautet ein vergleichbarer Satz: "..ab heute gelten neue Feiertage und Gesetze." Dieser Geburtstag wird von den Persern bis heute zur Frühlingstag und Nachtgleiche gefeiert und heißt Nauros (Junger Tag) Und dann stellt Johannes die Rätselfrage, die zu den höchsten Spekulationen Anlass gab. Wer ist das Tier, von dem die Offenbarung sagt, dass alle Bewohner der Erde vor ihm niederfallen werden und was bedeutet seine Zahl ?

  • "Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen, und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Und es tut große Zeichen, so daß es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen läßt vor den Augen der Menschen; und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist; und sagt denen, die auf Erden wohnen, daß sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, daß alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden. Und es macht, daß sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens." Offb 13, 11-17


  • "Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertundsechsundsechzig" Offb 13,18.


Mit etwas Verstand ist leicht zu zeigen, wie der Zahl des Tieres ( Präzessionskonstante) die Zahl eines Menschen entspricht: 1 Präzession entspricht in etwa einer durchschnittlichen Lebenserwartung eines Menschen, die in früheren Zeiten bei etwa 66 Jahren lag und noch immer das Pensionsantrittsalter ist.

Wie bisher gezeigt wurde, behandelt die Offenbarung das Auf- und Untergehen von Zeitaltern auf Grund der Präzession (des Fortschreitens) der Äquinoktien entlang der Sternbilder des Tierkreises. Auch die Lösung wer das Tier ist, folgt sogleich:

    "...da hörte ich eine Stimme vom Himmel her, die dem Rauschen von vielen Wasserströmen ...glich...,sie folgen dem Lamm nach". Offb 14,2


Hier kann nur das Sternbild Wassermann gemeint sein, dass dem Opferlamm (ihm entspricht ja das Sternbild Fische) folgt.

Die Präzession


Machen wir nun einen Blick auf die Entdeckung und Berechnung der Präzession, deren moderner Wert durch die Präzessionskonstante von 71.66 Jahren/1 angegeben wird.

In historischer Zeit gibt es vom babylonischen Astronomen Kidinnu (~300 BCE; griech. Kidenas) den ersten Hinweis auf die Präzession. Diese Bewegung wurde von Hipparchos von Rhodos (~150 BCE) "Fortschreiten der Äquinoktien" genannt und vom ihm auf Grund einer ihm vorliegenden älteren Überlieferung von Sternorten durch Timocharis (ca. 300 BCE) auf den Wert geschätzt, dass in 100 Jahren sich die Äquinoktien um 1 verschieben. (Zu Timocharis' Zeit hatte der Abstand zwischen Spika und dem Herbstpunkt 8 betragen und hat in den 150 Jahren bis Hipparchos auf 6 abgenommen). 300 Jahre später vermaß der Alexandrier Ptolemaios (~150 CE) den Sternort von Spika abermals und stellte eine Abweichung von 4 seit Hipparchos fest und nahm abermals als Konstante den von Hipparchos verwendeten Wert mit 100 Jahren pro 1 an. Dieser Wert wurde von christlichen Astronomen noch bis zum 15. Jh. verwendet. Wie sich leicht errechnen lässt, hätten allerdings beide schon damals den viel genaueren Wert von 75J/1 ermitteln können, ergibt doch 150J : 2 oder 300J : 4 den Wert 75J/1! Arabische und jüdische Astronomen jedoch verwendeten einen anderen Wert, nämlich die Konstante von 66,6 Jahren pro 1 des Tierkreises. Ihr Wert war gleichbedeutend mit der Annahme, dass sich die Kardinalpunkte in 2000 Jahre um genau 30 entlang der Sternbilder des Tierkreises verschieben. (2000 : 30 = 66,6).

Diese Astronomen oder ihre Sternkataloge sind folgende:

  • al-Khwarizmi (~800), al- zij Sindhind. (12)
  • "Tabulae probatae" bzw. "az-Zig al-mumtan" aus dem Jahren 829-830 CE. (12)

  • Al Battani (880 CE) "al-Zij", ein Sternenkatalog mit 533 Sternen. Er berechnet die jährliche Präzession mit 54'', was in 2000 Jahren genau 30 ergibt. (54'' : 60 : 60 x 2000 = 30) (12)

  • As-Sufi ( 964) Fixsternbuch. (12)

  • Al Biruni (973 - 1048) Al- Qanun al-Masud (Masudischer Canon) (12)

  • Arabischer Fixsternkatalog vom 1. Okt. 1112 CE. Seine Differenz von 14,47 seit Ptolemaios ergibt den Wert von 66.4J/1 (19).

  • Judah Ben Verga aus Lissabon (20) Die "Libros del Saber" von Alfons von Kastilien (1252-1284).



Diese Liste und ihre Präzessionskonstanten zeigen deutlich, was Johannes eigentlich mit der Zahl des Tieres meinte:

    Es ist die Zahl des Zodiacs, wie auf griechisch der Tierkreis heißt. Die Zahl des Tieres ist der antike Wert für die Präzession der Äquinoktien entlang des Tierkreises.


Nach der Frage nach der Zahl der Tieres stellt uns Johannes sogleich das neue Frühlingssternbild vor:

    "Dann sah ich: Ein anderer Engel flog im Zenit. Er hatte eine ewige Botschaft den Bewohnern der Erde zu verkünden, allen Nationen, Stämmen, Sprachen und Völkern. Er rief mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Betet ihn an, der den Himmel und die Erde, das Meer und die Wasserquellen geschaffen hat". Offb 14,6-7


Dies ist ein klarer Hinweis auf die Sternstunde des Wassermann, den Platonischen Monat Aquarius. In seinem Sternbild entströmt aus seinem Gefäß der Quell der himmlischen Wasserströme, nicht nur der Eridanus, sondern auch die Milchstraße.

Auf den Engel, der die Wasserquellen ankündigt, folgen weitere, wie ein sehr markanter mit Sichel auf den die Ernte und die sieben Plagen folgen.

    "Dann sah ich eine weiße Wolke. Au der Wolke thronte einer, der einem Menschen gleicht. Er trägt einen goldenen Kranz auf seinem Haupt und eine scharfe Sichel in seiner Hand... Und er, der auf der Wolke saß, warf seine Sichel auf die Erde, und die Ernte wurde abgeerntet." Offb 11,14-16


Diesel Engel mit der Sichel sieht Chronos/Saturn sehr ähnlich, dessen Werkzeug auch die Sichel ist. Mit dieser Sichel entmannte einst der Titan Chronos seinen Vater Uranos und errang die Herrschaft am Himmel. Saturn hat viele Entsprechungen in Thot, Ckronos, Pan und Dionysos, ebenfalls ein früherer "Zeitgott", dessen früherer Kult in der Zeremonie des Weintrinkens im Christentums im heiligen Abendmahl zu Ostern überlebte.

In den weiteren Kapiteln geht es viel um Angst, Furcht , Rache und Abrechnung die im Weltbild des Johannes notwendig zu sein scheint, oder zumindest als Programm bei jedem großen Wechsel angesagt ist. Sie handeln mehr mit jüdischer und christlicher Moral und religiösen Gefühlen und kaum mit Astronomie.

Der Text wird wieder astronomisch oder astrologisch, als der Engel mit dem Mühlstein erscheint. Er ist wohl eindeutig wieder der Wassermann, und dürfte seine christliche Entsprechung im Heiligen Florian gefunden haben, dem christlichen Äquivalent des Wassermanns. Auch er hat als Zeichen den Wassereimer und den Mühlstein als uraltes Sinnbild des sich drehenden Kosmos.

    "Da hob ein starker Engel eine Stein auf, der so groß war wie ein Mühlstein; er warf ihn ins Meer..." Offb 18,21


In Textablauf wiederholen sich dann einige schon gehabte Motive, wie Pferde, Rauch usw. Bemerkenswert ist die dann folgende Stelle über die Fesselung des Drachens:

    "Ein Engel stieg aus dem Himmel herab; er hatte die Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in der Hand. Er überwältigte den Drachen, die alte Schlange - das ist der Teufel und der Satan- und er fesselte ihn für tausend Jahre. Er warf ihn in den Abgrund, verschloss und versiegelte ihn, damit er die Völker nicht mehr verführe, bis die tausend Jahre vergangen sind. Danach muss er für kurze Zeit losgelassen werden." Offb 20,1-3


Johannes beschreibt bildhaft, dass alle zwei Jahrtausende der Drache Auslöser für neue Zeitalter ist. Die Präzessionsbewegung, die sich am Nordhimmel rund um das Sternbild Drache abspielt und nur in Jahrtausenden ablesbar ist, und Zeitalter und Zeitenwenden auslöst. beschreibt er wieder blumig. Dazu passt der russische Mythos von dem Hund der an das Sternbild kleiner Wagen am nördlichen Himmelspol gekettet ist. Er beißt so lange an der Kette bis er frei ist; dann ist das Ende der Welt gekommen (3). Auch dieser Mythos liefert einen Hinweis auf eine weltweit verwandte alte Sichtweise, sowohl was die Milchstraße (Hundeweg oder daimon meridianus), aber auch den Wechsel der Polarsterne durch das Kreiseln der Erdachse betrifft.

Die Lage der Milchstraße in Bezug zu den kalendarischen Standorten der Sonne auf ihrem jahreszeitlichen Weg durch Jahr hat in vielen Traditionen und Mythen seit einer Zeit überlebt, wo (vor etwa 6000 Jahren) die Sonne zur Tag und Nachtgleiche sich im weißen Band der Milchstraße befand. Wegen der Präzession, steht nun die Sonne alljährlich bereits zu den Solstitien in der Milchstraße. Diese alten Mythen sind die nächtliche "Wilde Jagd" des "Königs Herle", Herlethingus, Hellequin, der dem jetzigen Halloween, aber auch dem Goethe'schen Erlkönig verwandt ist, und der Harlekin mit seinem Reifen als Attribut (er versucht durch einen Spiegel in die jenseitige Welt zu flüchten), der damit eine sehr kunstvolle Vorstellung des Mittagsdämons und dem Tor zum Jenseits gibt. Die Halloween Bräche mit ihren Masken erinnern uns an alte Herbstriten. Im Frühling tritt der Harlekin im Karneval auf, der im Schweizer Engadin "Chaladamarz" oder "Calenda Mars" heißt und mit einer Musik eingeleitet wird, die als "Hallamasch" in allen deutschen Ländern bekannt ist. Dass dies eine uralte Neujahrstradition ist, die einst mit dem März, dem Planet Mars gewidmeten Monat, einherzog, wird auch in den noch immer üblichen Monatsnamen von September bis Dezember deutlich, die 7. bis 10. Monat bedeuten, wenn man mit März als dem Ersten zu zählen beginnt.

Die Milchstraße unsere eigene Galaxis war schon immer wichtig als Orientierungsmerkmal, und ihr Zentrum ist es noch heute. So lautet z.B. die jüngste Erklärung des Aquarian Age Network (21):

    While acknowledging the zero point of the zodiac to be defined as the point where the true galactic equator crosses the ecliptic between Taurus and Gemini, and recognizing the J2000 galactic equator defined by the galactic north pole of 12h 51.4m, 27 8' to be representative of the B1950 definition of the galactic coordinate system, by virtue of Sagittarius A* being recognized as the dynamical center of the galaxy with the true galactic equator passing through Sagittarius A*, and by virtue of the sun being at 90 00' 32" past the point of the crossing of the J2000 galactic equator and the ecliptic at the spring equinox of 20 March 2000, 0735 GMT, we declare the Age of Aquarius to have unequivocally arrived. Pax Aetatis Aquarii vobiscum!


Einfach ausgedrückt sagt diese Deklaration, dass sich der Frühlingspunkt, der sich einst zwischen den Sternbildern Zwillinge und Stier am galaktischen Äquator (genau gegenüber dem Zentrum der Galaxis) befand, sich bereits um 90 von dort verschoben hat. Auf unserem von der Erde aus gesehenen Sternhimmel befindet sich genau gegenüber dieses Ortes das Zentrum der Milchstraße, wo ein schwarzes Loch vermutet wird. Die 90 entsprechen drei Sternbildern mit je etwa 30 und daher erreicht der Frühlingspunkt bereits das Sternbild Wassermann und das Neue Zeitalter beginnt. Der Ausrufung des Zeitalters Wassermann entspricht gedanklich eine mittelalterliche Darstellung der Sage des Minotaurus. Der Minotaurus verkörpert dabei als Frühlingssternbild jenes Ungeheuer, das in diesem Zeitalter die Menschen und ihre Zeit verschlag. Das Sternbild Stier kündete ja vor etwa 6000 Jahren der Frühlingstag an. Und damals stand an diesem Frühlingstag die Sonne an einem besonderem Kreuzungspunkt von himmlischen Wegen: Am Schnittpunkt von Milchstraße und Tierkreis (Ekliptik). Es ist ein Tor, wo sich am Himmel zwei Hauptwege treffen, und wo die Sonne aber jetzt wegen der Präzession bereits genau zur Sommersonnwende steht. Im Bild ist die Milchstraße (Mittagsdämon mit Hundekopf) auf dem die toten Seelen wandern, als Labyrinth mit sieben Schleifen dargestellt, dessen Eingang zum Minotaurus führt.

Um die Betrachtung über die kalendarischen Auswirkungen der, wegen der Präzession früher anders gelegenen Milchstraße abzuschließen, sei auf eine weitere frühchristliche Quelle eingegangen, die iconographisch einen Hinweis liefert. Speziell im christlich orthodoxen Bereich war eine Darstellung des Hl. Christophorus mit einem Hundekopf üblich, jener Heilige, dem zugeschrieben wird, er habe in einer Vision das Jesuskind über einen Fluss getragen. Seine Herkunft soll aus dem damaligen äußersten Osten stammen, einem Land, das oft Gog und Magog genannt wurde, und östlich vom heutigen Persien gelegen sein soll. Die alten Mythen erzählen, die Menschen hätten dort Köpfe von Hunden gehabt. Des Nachts sollen sie, wie die "Wilde Jagd" zu bestimmten Zeiten unschuldige Christenmenschen überfallen haben. Noch im Mittelalter, vor allem im slawischen Raum war dieser Mythos lebendig (7) und hat bis heute in manchen Brauchtümern, Aberglauben und sogar Fantasy Filmen, wie z.B. American Werewolf überlebt.

Die Apokalypse klingt dann nach ruhig mit dem Beginn des neuen Zeitalters aus, mit Verteilung von Wasser aus dem Quell des Lebens, mit neuerlicher Vermessung des Himmels (das neue Jerusalem) und mit Jesus, der sich selbst Morgenstern nennt.

  • "Er der auf dem Thron saß, sprach: Neu mache ich alles. Und er sagte: ... Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich werde jedem der dürstet, Quellwasser des Lebens als Geschenk geben." Offb 21,5-6

  • "Da entrückte er mich im Geist auf einen hohen Berg und zeigte mit die heilige Stadt Jerusalem, die von Gott her aus dem Himmel herabsteigt in der Herrlichkeit Gottes." Offb 21,10

  • "Und der Engel, der mit mir sprach. Hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, mit dem die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer gemessen wurden." Offb 21,15

  • "Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch das, was die Kirchen betrifft zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der leuchtende Stern, der Morgenstern." Offb 22,16

Mit einer letzten Anspielung and den Stern Davids und den Morgenstern endet die Offenbarung, die hier zu Fehlinterpretationen führen könnte. Gemeint ist sicherlich nicht Venus als Luzifer, sondern die Jupiter Saturn Konjunktion, die metaphysisch in der Form eines Dreiecks auftritt, das alle 59 Jahre, sich dabei langsam am Tierkreis verschiebend, auftritt. Nach etwa 1000 Jahren hat sich das Dreieck (Trigon oder Triphos) so weit verschoben, dass es mit der Ausgangsposition ein Hexagramm bildet, den Stern Davids, der ebenfalls einen "neuen Tag" ankündigt, allerdings in einem anderen Kontext und eher eine neue Zeit bedeutet. Dies ist weiter nicht zu verwechseln mit den sehr eindrucksvollen Dreifachkonjunktionen von Jupiter und Saturn, die in den Religionen ebenfalls für Weissagungen benutzt wurden, wie der Stern von Bethlehem von 7 BC (9) oder jene von 571 CE, die der mittelalterliche arabische Chronologe Abu Ma'shar (12) die "Konjunktion, die das arabische Volk ankündigte" nannte, oder die allgemein als die "Konjunktion der Religionen" genannt wird.

Den "TAG" oder das Zeitalter, das die religiösen Dreifachkonjunktionen (wo sich Jupiter und Saturn dreifach begegnen) oder eine "Alle Planeten Konjunktion" (wie es das Olympische Symposion darstellt) einleitet, ist in religiöser Lesart als ein "Tag Gottes" zu verstehen, der nach dem Verständnis des alten Weltbildes 1000 Jahre dauert. So sagt z.B. Sure 22 des Koran: "Wahrlich; ein Tag im Angesicht Gottes sind wie 1000 Jahrein deiner Wahrnehmung" . Auch Psalm 90,4 sagt: "Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag." Und der zweite Brief des Petrus 3,8 stellt fest :

    "Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag."


In diesem Kontext ist auch das Versprechen Jesu zu verstehen, dass er "am dritten Tage" wiederauferstehen würde Siehe: Matt. 17,23.13 ; Matt 20,19.21; Luk 9,22.27 etc. Wenn nämlich ein Tag (Gottes) 1000 Jahre dauert, so beginnt der dritte Tag nachdem zwei dieser Tage (mit je 1000 Jahren) vergangen sind. Dies ist ergibt sich in Übereinstimmung mit der Zählweise der Antike, die keine Null kannte, und der Tag, an man zu zählen begann, bereits die Ordnungzahl 1 hatte. Als Beispiel gilt der römische Kalender wo der vorletzte Tag des Monats "ante diem III Kalendas", also "drei Tage vor dem Monatsbeginn" hieß. Der nächste und damit der letzte Tag des Monats hieß bereits "pridie Kalendas": Tag vor dem Monatsbeginn.

Soweit die Interpretation der Offenbarung des Johannes, die - zugegeben - sie nur mit dem mit dem astronomischen und kalendarischen Code entschlüsselt, aber doch für einen offen Gesinnten geeignet ist, so manche noch verborgene Tatsachen zu enthüllen.

Dieser Code wurde in der Form angewendet, wie Umberto Eco die Verwendung eines Codes in "Einführung in die Semiotik" (8) beschreibt:

    "Die Information(smenge) der Quelle nimmt (durch den Code) ab, die Möglichkeit Botschaften zu übertragen nimmt zu. ...Die Existenz des Codes, wenn sie auch Kombinationen verschiedener Art ermöglicht, schränkt doch die Zahl der Auswahlmöglichkeiten beträchtlich ein."


Genau das macht auch der astronomische Code, wenn man ihn über die Offenbarung des Johannes legt. Die Fülle des wahrlich blumigen und überschäumenden Sprachangebotes des Textes wird durch den Code reduziert. Die Möglichkeit, eine verständliche Botschaft empfangen zu können, nimmt jedoch dadurch zu. Der (astronomische) Raster filtert wie ein Sieb die groben Körner heraus, das Beiwerk fällt wie der Sand durch. Es verbleibt eine Struktur, die vorher nicht erkennbar war. Es ist ein astronomischer Code, der auf Grund der vielen Parallelen zu anderen kosmischen und mythischen Weltbeschreibungen wohl auch bei Johannes angelegt werden darf, ja soll, denn die enthaltene Botschaft ist ja ausdrücklich ein zeitliche Botschaft. Ist das Ergebnis, das nach der "Dechiffrierung" herauskommt doch klar und verständlich.

Die Struktur, die dahinter steht, ist allerdings ohnehin unbewusst längst in moderner Kunst oder in Musicals wie der Rocky Horror Picture Show vorhanden, wo es im "Time Warp" heißt, "It's just a jump to the left". Es ist ein Sternen - Schritt des Erdkreisels von Fische zu Wassermann. Siehe: Texte der RHPS.

Auch das Musical der Friedensbewegung, "Hair", beschreibt mit seinem Song "Aquarius" dieses Gefühl:
Harmony and understanding
Sympathy and trust abounding
No more falsehoods or derisions
Golden living dreams of visions
Mystic crystal revelation
And the mind's true liberation
Aquarius! Aquarius!
...
As our hearts go beating through the night
We dance unto the dawn of day
To be the bearers of the water
Our light will lead the way
We are the spirit of the age of Aquarius
The age of Aquarius Aquarius! Aquarius!
Harmony and understanding
Sympathy and trust abounding
Angelic illumination
Rising fiery constellation
Travelling our starry courses
Guided by the cosmic forces
Oh, care for us; Aquarius.


Wie sonst hätte also auch Johannes den Wandel der Zeit beschreiben sollen, als bildhaft und mit Sternbildern?

Sein verborgenes Geheimnis ist, dass er niemals das Sternbild Fische erwähnt, sondern es mit dem geopferten Lamm umschreibt. Sein Geheimnis beeinflusst aber noch immer das alltägliche Leben. Am meisten hat die Offenbarung aber wohl die Zeitrechnung, den Kalender beeinflusst. Vor rund 1500 Jahren lebten nämlich zwei Astronomen, die maßgeblich die Zeitrechnung der ganzen Welt beeinflusst haben. Beide wurden durch eine Konjunktion aller Planeten im Jahr 531 CE angeregt.

Diese Konjunktion war einerseits Basis für den indischen Mathematiker und Astronomen Aryabhata von Kusumpara den Beginn des Kali Yuga auf eine ähnliche Konjunktion aller Planeten am 17. Februar 3102 BCE festzulegen (12). Das Jahr einer solchen Konjunktion wurde in der Antike "Größt-Jahr" genannt und findet seine mythische Entsprechung im Olympischen Symposium (Treffen aller Götter), das nach Erschaffung der Menschen durch Prometheus abgehalten wurde.

Andererseits aber war sie Basis für einen Zeitgenossen Aryabhatas, den Skytischen Mönch Dionysius Exiguus (22), der ähnliche Ideen, aber in die Zukunft gerichtet verfolgte. Er wollte das "Größt-Jahr" mit der Präzession der Erdachse verknüpfen, deren frühmittelalterlicher Wert bei 66 2/3 Jahren je 1 lag, und somit in 2000 Jahren 30 ergibt. Ihr modern errechneter Wert liegt bei 71,66 J / 1, und ist, wie schon oben ausgeführt, die Ursache, dass während etwa 2000 Jahren ein Sternbild durch den Frühlingspunkt wandert, bzw. ein neues dort am Frühlingsmorgen zeitliche Orientierung bietet.

Was Dionysius also tatsächlich berechnete, war das Ende des Zeitalters Fische um aufzuzeigen, wann Jesus wiederkehren würde. Mit Hilfe der gemeinsamen Vielfachen der Planetenperioden errechnete er, wann ein Größt Jahr (Konjunktion aller Planeten) auftreten wird, und fixierte, nachdem er es gefunden hatte, 2000 Jahre davor (ein Zeitalter auf Grund der Präzessionskonstante von 66,6) das Jahr der Geburt Christi (23). Damit ergibt sich, dass die in der Offenbarung erwähnten 1000 Jahre mit dem Beginn des Dritten Millenniums des christlichen Kalender übereinstimmen, denn tatsächlich gab es am 5. Mai 2000 ja eine solche Konjunktion, die beweist, dass sie die eigentliche Ursache der Festlegung der Jahreszählung war.

ZUSAMMENFASSUNG

Zusammenfassend und kurz kann die Offenbarung wohl eindeutig so interpretiert werden, dass Johannes den Sternenhimmel des Nahen Osten, etwa zwischen 30 und 40 nördlicher Breite beschreibt. Es ist der Sternhimmel vor dem Morgengrauen des Frühlingsäquinoktiums, dem uralten Stichtag. Es standen dort vor etwa 1900 im Osten Pegasus und Fische und im Westen die Jungfrau. Das Sternbild und Zeitalter Fische zu nennen vermeidet Johannes, und umschreibt es als Opferlamm. Den Wandel der Zeitalter (Präzession) führt er auf die eine Bewegung zurück, die um das Sternbild Drache abläuft and kurz Drachenbewegung genannt werden kann. Die für ihn kommende Zeitenwende ergibt sich für ihn mit dem Sternhimmel, wie er derzeit zum morgendlichen Frühlingsäquinoktium mit dem Aufgang des Löwen im Westen und dem Wassermann im Osten gegeben ist.

Die Dauer eines Zeitalters drückt er mit der später von den nahöstlichen mittelalterlichen Astronom verwendeten Präzessionskonstante von 66,6 Jahren/1 aus. Eine Planetenkonjunktion, wie die Konjunktion aller alten Planeten des 5. Mai 2000 und Sonnen und Mondfinsternisse leiten das neue Zeitalter ein. Mit seinem Werk beeinflusste Johannes von Patmos maßgeblich die Einrichtung der Jahreszählung durch Dionysius Exiguus, die derzeit im weltweit üblichen Gregorianischen Kalender zum Jahr 2001 geführt hat, dem ersten Jahr seines vorhergesagten Neuen Zeitalters. Sepp Rothwangl 9-9-01 / 246,000 www.calendersign.ric.at

Fußnoten und Bibliographie:

(1) Die Offenbarung des Johannes. Die Bibel online. Deutsche Bibelgesellschaft. Stuttgart 1985. http://bibel.cid.net/ Das Neue Testament. Interdiözesaner Katechetischer Fond. Österreichisches Katholisches Bibelwerk. Losterneuburg 1975.

(2) Boll, Franz: Spaera. Neue Griechische Texte und Untersuchungen zur Geschichte der Sternbilder. Leipzig 1903. --: Aus der Offenbarung Johannis. Hellenistische Studien zum Weltbild der Apokalypse. Leipzig-Berlin 1914

(3) Dechend, Herta von und Giorgio de Santillana: Die Mühle des Hamlet. Wien-New York 1969.

(4) Bertola, Francesco: The Milky Way through the Ages: an iconographic journey. Lecture held at symposium "Cosmology Through Time" at Astronomical Observatory of Rome, June 2001.

(5) Mizrach, Steven: LAKOTA ETHNOASTRONOMY. http://www.fiu.edu/~mizrachs/lakota.htm

(6) Lecouteux, Claude: Das Reich der Nachtdämonen. Düsseldorf -Zürich 1999

(7) Kretzenbacher Leopold: Kynokephale Dämonen Südosteuropäischer Volksdichtung. Vergleichende Studien zu Mythen, Maskenbräuchen um Kynokephaloi, Werwölfe und südslawische Pesoglavci. München 1968

(8) Eco, Umberto: Einführung in die Semiotik. Zeichen

(9) Ferrari D'Occhieppo, Konradin: Der Stern von Bethlehem. Berlin 1994

(10) Grimm, Gebrüder: Kinder und Hausmärchen. Erlangen

(11) Fasching, Gerhard: Sternbilder und Ihre Mythen. Wien 1994

(12) Waerden, Bartel L. van der: Die "Ägypter" und die "Chaldäer", Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, 1972 Das heliozentrische System in der griechischen, persischen und indischen Astronomie. Zürich 1970 Die Anfänger der Astronomie. 1968 Das Große Jahr und die ewige Wiederkehr.

(13) Woods, David: The Origin of the Cult of St. Christopher. http://www.ucc.ie/milmart/chrsorig.html

(14) Firdausi: The Shanameh of Firdausi. Trslt. By Arthur George and Edward Warner. London 1905-1909

(15) Gervasius of Tilbury: Otia Imperialia. Edited by Felix Liebrecht Hannover 1856

(16) Eratosthenes: Eratosthenis Catasterismorum Reliquiae. Edited by Carolus Robert Berlin 1963

(17) Noone, Richard W.: 5/5/2000. Ice. The ultimate disaster

(18) Ovid: Metamorphosen. Edited by Hermann Breitenbach. Stuttgart 1964

(19) Kunitzsch, Paul: Glossar der arabischen Fachausdrücke in der mittelalterlichen Astrolabliteratur. Göttingen

(20) Goldstein, Bernard R.: The Astronomical Tables of Judah Ben Verga of Lisbon. Lection held on Firth Biennial History of Astronomy Workshop. University of Notre Dame 2001


(21) Aquarian Age Network: Aquarian Age Declaration. http://www.aquarian-age.net/declaration.html

(22) Dionysius Exiguus: Liber de Paschate. http://hermes.ulaval.ca/~sitrau/calgreg/denys.html

(23) Rothwangl, Sepp: Wirklicht. (V)Erzählung zur Zeitenwende. Graz 2000.

(24) Rothwangl, Sepp: Sternstunde 2000. Der Countdown zum Jüngsten Tag. Graz 1998.




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